Bereits Anfang der 90er Jahre hat die Technik VoIP das Interesse der Fachwelt geweckt, vorhandene Datennetze und das Internet für "billiges" Telefonieren zu wecken. Die Freaks waren schnell begeistert, doch in der Realität erwies sich das Vorhaben als Flop; Sprachaussetzer, Verzögerungen und schlechte Tonqualität waren inakzeptabel.
Mittlerweile hat sich die Technologie zur Marktreife weiterentwickelt und ist zu einem der Hipe-Themen geworden. Die Fachwelt ist sich einig, das VoIP nicht nur eine Alternative zur bisherigen Festnetztelefonie darstellt, sondern bereits in wenigen Jahren die bisherigen Netze vollständig ablösen wird. In Zukunft wird es noch zwei Datennetze geben, das öffentliche Internet und geschlossene VPN Netze von Unternehmen und Institutionen der öffentlichen Hand.
Die TK-Netze und IP-Netze wachsen bereits heute zusammen. Bestes Beispiel ist der DSL-Anschluß, der mit den hohen verfügbaren Bandbreiten parallel sowohl für die Datenübertragung als auch zum Telefonieren eingesetzt werden kann.
Im kommerziellen Bereich wird VoIP heute schon eingesetzt, um Standorte und Geschäftsstellen an die Zentrale des Unternehmens zu koppeln. Durch die gemeinsame Nutzung der vorhandenen IP-Netze für Datenübertragung und Sprache können erhebliche Einsparpotenziale erschlossen werden.
Im Rahmen einer "sanften Migration" kann die bestehende ISDN Telefonanlage vorerst weiterbetrieben werden und durch Einsatz von VoIP Gateways erweitert werden, um vorhandene Datennetze für die Telefonie mit zu nutzen In einem weiteren Schritt kann dann die vorhandene ISDN-Anlage komplett durch die PBX-Funktionalität des VoIP Gateways abgelöst werden und eine homogene VoIP Telefonanlage realisiert werden. Ebenso einfach ist die Anbindung von Homeoffice-Arbeitsplätzen über eine DSL-Kopplung. Der Mitarbeiter nutzt hierbei seinen DSL-Anschluß für die sichere Anbindung via VPN an das Firmennetzwerk und nutzt den VPN-Tunnel auch für die sichere Sprachübertragung.
Für Firmen ermöglicht die VoIP Technologie darüber hinaus erhebliche Einsatzpotenziale bei der laufenden Administration der Telefonanlage. Der Umzug von Mitarbeitern, oder die Anbindung neuer Mitarbeiter an das Kommunikationsnetzwerk der Firma ist sehr einfach. Es genügt der Anschluss eines IP-Telefons an das vorhandene Firmennetzwerk, das IP-Telefon meldet sich am Gateway an und der Mitarbeiter ist unter seiner bisherigen Rufnummer wieder erreichbar. Die gesamte Administration hierfür kann die IT-Abteilung mit übernehmen und spart den teuren Einsatz eines Technikers für die Telefonanlage.
Durch den Einsatz einer Technologie mit Standardprotokollen ist die VoIP Technik ein offener Standard. Dadurch kann das System einfach auch durch Zukauf weiterer Anlagenteile von verschiedenen Herstellern erweitert werden. Teuere Investitionen aufgrund von proprietärer Anlagentechnik gehören damit der Vergangenheit an.
Weitere Kommunikationsdienste (VoiceMail, Unified Messaging, CTI) können über IP in die VoIP Systemwelt integriert werden und stehen den Teilnehmern netzwerkweit via IP zur Verfügung. Dadurch kann auch der mobile Anwender sehr einfach von unterwegs auf diese Dienste via Internet zugreifen und wichtige Informationen abfragen.
Der Siegeszug der VoIP Technologie hat bereits begonnen und es stellt sich nicht die Frage ob ein Unternehmen eine Umstellung auf diese Technik vornehmen sollte, sondern wann!
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